Einerseits und andererseits

  • Die Sonne scheint tags, der Mond bei Nacht.
  • Andererseits wird es wie immer so sein,
  • dass der Mond seine Ausnahmen macht.
  • Die Sonne scheint, wie es scheint, allein.
  • Wir wissen, dass der Mond nicht scheint.
  • Man hat sich nur daran gewöhnt;
  • Dichter haben Gedichte gereimt ...
  • Inzwischen sind Reime eher verpönt.
  • Auch Mond oder Sonne beim Untergehn,
  • liegen nicht mehr so sehr in der Gunst.
  • Den ewigen Bildern des Holozän
  • misstraut, wie man weiss, die Kunst.
  • Einerseits heisst es, ist nichts wie es war,
  • und es sei auch nichts wie es scheint.
  • Andrerseits bestehe durchaus die Gefahr,
  • dass man annimmt, es ist, wie man meint.
  • Man müsste den Blinden verbieten ins Kino zugehn.
  • Es ist nachher nichts mehr so wie es ist,
  • weil die alles mit anderen Augen sehn.
  • Und es würde zum Beispiel ein Komponist,
  • welcher nicht als ein Mozart geboren,
  • verkannt und unbekannt sterben,
  • bevor es Menschen gibt mit den passenden Ohren.
  • Am Ende profitieren die lachenden Erben,
  • tatenlos von seinem Ruhm.
  • Die Frage bleibt dabei diesseits,
  • was nützt dem Künstler posthum
  • der Ruhm, verblichen im Jenseits.

(Un)zeit Gemäss

  • Was soll ich mit dem was gewesen sei?
  • Heute Morgen. Wie lang ist es her.
  • Was da, von mir gesagt, ist vorbei.
  • Schert mich am Abend nicht mehr.
  • Morgen! Morgen früh, sag ich's. Klar.
  • Morgen, nimm mich beim Wort.
  • Wenn ich es sag, ist es wahr.
  • Und wenn es gesagt, ist es fort.
  • Was ich nicht alles am Morgen sag.
  • Ich lüge nicht! Ganz bestimmt nicht. Haha.
  • Dem Morgen folgt ein ganzer Tag.
  • Und was ich gesagt hab, naja ...

Zum Tag der Frau

  • Solche Tage zum Gedenken
  • sind nicht ausschliesslich zum Schenken
  • sondern auch zum Denken da.
  • Blumensträusse hat Mann ja,
  • am Valentinstag schon vergeben.
  • Somit spräche nichts dagegen,
  • dass Mann rekapituliert,
  • ob Frau heute noch rentiert.
  • Vorsicht ist dabei geboten,
  • weil sich Mann mit jenen Quoten,
  • stetig selber reduziert.
  • Unglaublich, aber es passiert,
  • dass der Mann sich brav beschneidet
  • und danach darunter leidet,
  • dass die Frau es dann und wann,
  • sogar einmal besser kann.
  • Am IQ kann das nicht liegen
  • letzthin grade stand geschrieben:
  • Männer haben mehr von diesen Zellen!
  • Und, so schreiben diese Quellen:
  • des Weibes Sinn und erster Zweck,
  • sei auch heute noch der Dreck.
  • Nun fragt Mann sich in Punkto Nutzen,
  • ob sich denn beim Kochen, Putzen,
  • die Kosten überhaupt noch tragen?
  • Ja, Mann muss doch einmal fragen,
  • warum sie denn das Saugen liebt,
  • wenn es dafür Automaten gibt.
  • Und Mann weiss, als braver Esser,
  • Convenience Food ist nicht nur besser,
  • nein, auch für das Portmonee,
  • ist das weit mehr als nur o.k.. -
  • Mann stopft heut kaum noch Kindermäuler.
  • Nicht nur, weil diese kleinen Heuler,
  • beim Fernsehn ihm das Bier versauen.
  • Nein, weil eben diese Frauen,
  • anstatt Kinder zu gebären,
  • lieber Karrierewesen wären,
  • was des Mannes Chancen mindert
  • und ihn auch erotisch hindert. -
  • Mann registriert, das Weib im Wandel.
  • Mann sieht sie auch vermehrt im Handel,
  • XXL und ganz schön heiss,
  • und neustens gar zum Budgetpreis.
  • Im Blick zumeist auf Seite Sieben
  • und im Tagblatt sind die Lieben,
  • gleich beim Fahrzeugmarkt zu finden.
  • Mann muss sich dabei nicht mehr binden,
  • und sollte es nicht wunschgemäss verlaufen
  • kann Mann statt dessen einen Porsche kaufen.
  • Dann hat Mann meist ein leichtes Spiel,
  • wenn eine einsteigt braucht’s nicht viel,
  • und sie fährt mit ihm ins Glück.
  • Nur merkt er bald, das gute Stück,
  • lässt sich nicht so leicht vernaschen.
  • Sie will auch putzen und will waschen,
  • und bemerkt auch ganz spontan,
  • dass sie auch Porsche fahren kann.
  • Das Piercing und die roten Lippen winken -
  • Mann versteht sein In-sich-sinken.
  • Wieder soll Mann Blumen schenken.
  • Wieder reden, wieder denken.
  • Und sie ist dabei nicht still
  • nein, sie sagt noch was sie will.
  • Mann versteht´s, so manchem Tropf
  • fährt in dem Fall durch den Kopf ...
  • ... es wäre besser zu ertragen
  • würden sie noch Kopftuch tragen.

Ehehygiene

  • Ich frage mich ja ziemlich lange schon,
  • was eigentlich ist Ehehygiene?
  • Betrifft es vordringlich den guten Ton,
  • oder auch die Sauberkeit der Zähne?
  • Man weiss nicht recht, ist es fundiert?
  • wenn ja, worum es sich denn dreht.
  • Ist es nun physisch motiviert,
  • oder ob es um die Psyche geht.
  • Man ist als Mann ja sehr bestrebt,
  • bringt seiner Frau sogar mal eine Rose.
  • Man wechselt brav, bevor sie klebt,
  • die allzu lang getragne Unterhose.
  • Man schafft auch stets den Müll hinaus,
  • man stört sich zwar nicht an dem Mief,
  • man weiss nur längst, in diesem Haus
  • hängt sonst der Ehehimmel schief.
  • Je länger ich es mir besehe,
  • denk ich, was steckt bloss in dem Wort?
  • Heisst Hygiene in der Ehe,
  • vielleicht verschlüsselt sogar Mord?
  • Heut wird ja von der Fliege bis zur Spinne,
  • fast alles hygienisch absorbiert.
  • Womöglich gibt es auch in diesem Sinne,
  • Spray mit dem man Partner liquidiert.
  • Manch einer denkt hier nun zwar schlau,
  • der Mann sei da nicht involviert.
  • Das sei das Pflichtgebiet der Frau,
  • sie sei zum Putzen programmiert,
  • und physisch ganz perfekt geplant,
  • um sich zu bücken und zu saugen.
  • Der Herrgott habe gleich geahnt,
  • dass hierzu Männer gar nichts taugen.
  • Und psychologisch klug dabei,
  • das sei hier auch nicht überhört,
  • sei, wenn sie mit der Saugerei,
  • ihn nicht so sehr beim Fernsehn stört.
  • Steht auch das Bier stets schön bereit,
  • und sind die Kinder brav im Bett,
  • dann kommt gelegentlich die Zeit,
  • da ist der Mann auch schon mal nett.
  • Nicht dass er sie nun gleich begehrt,
  • das ist ja ziemlich länger her,
  • und wär im Grunde auch verkehrt,
  • weil es nicht sehr hygienisch wär‘,
  • wenn er, man weiss so was ja nie,
  • auch ausser Hause aquiriert,
  • und dann womöglich auch noch sie,
  • mit irgend etwas infisziert.
  • man hat zwar dafür diese Hüte,
  • die gibt‘s sogar mit Erdbeerduft,
  • nur denkt sie sicher, meine Güte,
  • was bloss macht plötzlich dieser Schuft?
  • Ich stehe doch auf Schokolade!
  • Hat er das heut noch nicht kapiert?
  • Das ist doch wirklich mehr als schade.
  • Worauf sie folglich resümiert,
  • wenn er schon sowas übersieht,
  • wie weiss er, was ich sonst noch tue?
  • So hat sie selbst auf dem Gebiet,
  • im grossen ganzen ihre Ruhe.
  • Und er macht ihr, betreffend Hygiene,
  • weil ihn das weniger bewegt,
  • auch niemals so‘ ne echte Szene,
  • womit schlussendlich hier belegt,
  • der Ehehygiene Kern,
  • liegt wie so vieles im Detail.
  • Hat man sich zum Fressen gern,
  • dann kümmert’s niemand, weil ...
  • ... es sie dann gar nicht sehr bewegt,
  • und ihn schon gar nicht, wie gehört.
  • Erst wenn sich mal die Rage legt,
  • tönt es ganz plötzlich sehr empört,
  • dass sie so kalt und herzlos sei,
  • und er sich nie die Zähne putzt!
  • So zeigt sich, meine Fragerei,
  • hat hygienisch nichts genutzt.

Faradaische Chefig

  • Das’s e so recht vo Herze dörfed flueche,
  • chönd Protestanten als Plus verbueche.
  • Will d Katholike nöd zruggstaa wänd,
  • au gern emal en Fluech uf de Lippe händ,
  • händ's bim Liebgott interveniert.
  • De hät de Petrus kontaktiert.
  • Und de hät sich, wie immer, nöd lang gwunde,
  • und hät de faradaischi Chefig erfunde.
  • Weder Blitz na Donner dringt je dèt ie.
  • Und de Donner dine ghörsch dusse nie.
  • D Welt wär wider in Ordnig gsii,
  • Aber denn fallt somene Dütschen ii,
  • Es gäb für d Mensche vil me hèr,
  • wènn de Chefig au na fahrbar wär.
  • Mer hät's, nach em erste Schreck, goutiert.
  • Mer hät sowiso immer mee pressiert.
  • Zyt hät eim me und me in Aspruch gnaa ...
  • Drum hät mer vo deren au weniger ghaa.
  • Sisch bequämer, im Auto z sitze,
  • als wè'mer mit Ross und Wage mues schwitze.
  • Leider hät die Gottesgab,
  • will säge, das Auto vo dem Schwab,
  • au vil Nachteil mit sich bracht.
  • Mer hät sehr schnell d Erfahrig gmacht,
  • Es sind nöd nume Menschechind,
  • Wo hüt uf dene Strasse sind.
  • Uf dene Strasse, für d Menschen erschaffe,
  • git's je länger je mee Kamel und Affe.
  • Das wäred, genau gsee, kè grossi Gfaare,
  • wenn die dumme Siechen au chönted faare.
  • Gseesch wyt det vorne sone Kreatur.
  • Ganz langsam und brav uf de lingge Spur.
  • Gsesch scho bevor'd a sym Arsch zu bisch,
  • dass de i dem Auto en Schafseckel isch.
  • Au de gschydsti Maa vergisst deby,
  • die oben erwänti Theorie,
  • dass de i dem Auto gar nöd ghört,
  • was dich a sym Arsch da hine stört.
  • Und de da hine mues wien en Grosse,
  • das Würstli da vorne wyter stosse.
  • Bis d Frau, wo immer bleicher näbed im sitzt,
  • vor Angst nur na jammered und schwitzt.
  • So mänge, wo bedächtig überlait.
  • Und chum e mal es Wort z vil sait.
  • Wird hinter dem verdammte Stüür
  • zu somme kreischende Unghür.
  • Jetzt sait na öppen ein, er kènn' so eine.
  • Dass er sèlber so ein isch, sait fast e keine.